Hunde als Kinderersatz?

Über Hunde habe ich ja schon mal geschrieben. Doch so wie wir gerade die Hunde und ihre Halter hier erleben, macht man sich zwangsläufig Gedanken über die Ursprünge und Hintergründe des Beobachteten. Es sind auffällig viele junge Leute, die hier mit ihren Tieren so auffallen.

In einem Gespräch mit Jenen, die schon länger hier wohnen, wurden wir auf drei Merkmale hingewiesen. Einerseits ist es schon lange ein Element der mexikanischen Gesellschaft, Haustiere zu halten. So gehen die Haustiere auch nach ihrem Tot und dem Tot der Halter ins gemeinsame Jenseits, wo sie als „Alebrijes“ weiterhin die Begleiter der Menschen sind. Sie spielen somit auch am „Dia de la Muertes“ ein wichtige Rolle.

Zweitens gibt es gerade in Mexiko Stadt eine neue und große Generation junger, hipper, gut ausgebildeter Leute, die andere, als die traditionellen Werte für sich definieren wollen. Individuelle Eigenständigkeit, selbstbewusste Frauen und eine große Queere Community sind hier auffällige Elemente.

Und Drittens hat sich gerade für junge Amerkaner, Mexiko City zu einem sehr beliebten Standort für „Digital Nomads“ entwickelt. Als junger Mensch lebt es sich hier richtig gut. Man schätzt es leben inzwischen ca. 2 Millionen solcher digitalen Arbeiter hier und arbeiten für einen Arbeitgeber in USA.

Nun die gewagte These: Feste Partnerschaften passen in die Lebensmodelle diese Menschen nicht. Noch weniger Kinder! Aber Hunde, in einer Stadt in der sie traditionell ihren Platz haben, in der es billiges Personal gibt, das sich um sie kümmert sind dankbare, liebenswerte, schöne, lustige und freundliche Lebensgefährten. Sie machen relativ wenig Stress und man kann sie im Notfall auch leicht loswerden.